Glossar

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Schornsteinabdeckung

Unter Schornsteinabdeckungen versteht man in der Regel Abdeckungen aus Edelstahl, die auf Schornsteinköpfe von gemauerten Schornsteinen montiert werden, um diese vor Witterungseinflüssen zu schützen. Daher sind Schornsteinabdeckungen nicht mit Schornsteinaufsätzen zu verwechseln. Schornsteinaufsätze werden hauptsächlich auf Edelstahlschornsteinen montiert.

 

1.Arten von Schornsteinabdeckungen

Es gibt im Wesentlichen zwei verschiedene Modelle von Schornsteinabdeckungen, die auch sehr weit verbreitet sind. Zum einen ist hier die Napoleonhaube und zum anderen die Meidinger Scheibe zu nennen. Bei der Napoleonhaube handelt es sich um eine geschwungene Haube, die an den Hut des Feldherren Napoleon erinnert. Die Meidinger Scheibe hingegen, ist eine flache, meist rechteckige Platte mit seitlichen Abkantungen. Beide Varianten werden standardmäßig auf Füßen von 250mm Höhe stehend, direkt auf den Schornsteinkopf geschraubt. Zusätzlich kann die Kaminabdeckplatte noch in die Gruppe der Schornsteinabdeckungen gezählt werden. Diese Kaminabdeckplatten werden häufig direkt über den Schornsteinkopf gestülpt. Anschließend wird dann noch zusätzlich eine Schornsteinabdeckung montiert. Diese beiden Bauteile bieten zusammen den idealen Schutz.

2. Verwendete Materialien 

Die Schornsteinhauben werden vorwiegend aus Edelstahl oder aus Kupfer gefertigt. Dabei ist darauf zu achten, dass möglichst ein Material mit sehr hoher Korrosionsschutzklasse verwendet wird, da Schornsteinabdeckungen ganzjährig den verschiedensten Witterungen ausgesetzt sind und somit das Material von höchster Güte sein sollte. Aus Kostengründen kommen hier des Öfteren anstatt der empfohlenen rostfreien Edelstähle, verzinkte Bleche zum Einsatz. Die aus diesen minderwertigen Materialien gefertigten Schornsteinabdeckungen werden in der Regel zu sehr niedrigen Preisen angeboten. Allerdings ist ihre Lebensdauer auf wenige Jahre begrenzt. Eine Korrosionsschutzklasse von mindestens V2a ist daher empfehlenswert.

3. Funktionen der Schornsteinabdeckung

Schornsteinabdeckungen dienen hauptsächlich dem Schutz vor Regen und verhindern das Eindringen von Regenwasser in den gemauerten Schornsteinschacht. Dies ist eine sehr wichtige Funktion, da das Regenwasser auf längere Sicht große Schäden am Mauerwerk im Inneren des Schornsteins verursachen kann. Insbesondere in Verbindung mit modernen Niedertemperaturkesseln, kommt es zu zusätzlicher Feuchtigkeitsbildung im Schornstein, da das Abgas relativ kühl ist und somit während dem Aufsteigen im Schornstein kondensiert. Kondensat lässt sich häufig nicht verhindern und somit sollte darauf geachtet werden, dass ein guter Regenschutz auf dem Kaminkopf angebracht ist. 

Außerdem schützen Schornsteinabdeckungen auch den Schornsteinkopf, also den Abschluss des gemauerten Schornsteins. Dieser Abschluss wird häufig als Beton- oder Steinplatte ausgeführt und nimmt aufgrund von saurem Regen und sonstigen witterungsbedingten Einflüssen Schaden. Nach einigen Jahren beginnen die Schornsteinköpfe zu brökeln oder Risse zu bekommen. In diese Risse kann Regenwasser eindringen und bei Frost zu weiteren Schäden, bis hin zum Totalschaden am Schornsteinkopf führen. Alle genannten Probleme werden mit dem Einsatz von Schornteinabdeckungen in Verbindung mit Kaminabdeckplatten verhindert.

4. Montage der Schornsteinabdeckung

Die Montage ist von der Art der Schornsteinabdeckung unabhängig. Alle Schornsteinhauben werden mit Edelstahlschrauben und passenden Dübeln auf dem Schornsteinkopf befestigt. In der Regel kommen hier Schrauben der Größe M8 bis M10 zum Einsatz. Bezüglich der Zugfestigkeitsklasse muss nichts beachtet werden, da Edelstahlschrauben eine Mindestzugefestigkeit aufweisen, die weit über das Geforderte hinaus geht. Des Weiteren können handelsübliche Kunststoffdübel verwendet werden, da die meisten Schornsteinköpfe aus Beton sind und hier keine weiteren Anforderungen an die Dübel gestellt werden müssen. Es sind keine sonstigen Verbrauchs- oder Schmierstoffe nötig.

Die Verbindung der Schornsteinhaube mit den mitgelieferten Standfüßen erfolgt ebenfalls mit Schrauben und Muttern. Die dafür nötige Bohrung in der Schorsteinabdeckung ist werkseitig nicht eingearbeitet, damit die Positionierung der Füße frei wählbar bleibt. Aufgrund der relativ dünnen Materialstärke der Abdeckungen, können diese Bohrungen mit einfachen Edelstahlbohrern erstellt werden.

Somit gestaltet sich die Montage einer Schornsteinabdeckung sehr einfach. Dennoch ist für unerfahrene Personen die Montage aus Gründen der Sicherheit nicht zu empfehlen, da die zumeist schwer zugänglichen Schornsteinköpfe und die umliegenden Dachschrägen ein hohes Risiko für Unfälle darstellen.  

5. Besonderheiten der Napoleonhaube

Die Schornsteinabdeckung Napoleonhaube weist eine Verstärkungssicke auf. Diese Verdickung zieht sich längs der Haube entlang und erzeugt eine hohe Verwindungssteifigkeit. Dadurch wird ein „Flattern“ der Napoleonhaube bei Wind verhindert und somit auch das Übertragen von Lärm auf den Schornstein. 

6. Besonderheiten der Meidinger Scheibe

Meidinger Scheiben weisen mittig eine leichte Erhöhung auf. Durch diesen eingearbeiteten Sturz wird das Regenwasser abgeleitet und es können sich keine Pfützen bilden.